Du bist gefragt!

Seit mehr als einem Jahr stehen wir auf der Straße, um uns für den Welt-Frieden zu engagieren.

Für die vergangenen Jahrzehnte war es allgemeiner Konsens, dass Politik allein von Parlamentsbänken aus gemacht werden muss, und dass die öffentlichen Medien als unabhängige und freie Instanzen als vertrauenswürdige Meinungsbildner und zuverlässige Vermittler zwischen Bürgern und Parlamenten fungieren.
Betrachtet man die politische und gesellschaftliche Entwicklung, muss man wohl an der Ultima Ratio einer Alleinverantwortlichkeit auf Regierungsseite zweifeln!

Die Entwicklung deutet auf Ziele hin, die einer Zentralisierung von Macht und Besitz im Interesse Weniger und zu Lasten der großen Mehrheit der Weltbevölkerung dienen.
Diese Ziele werden in den öffentlichen Medien so nicht formuliert. Das ist kein Wunder, denn die meisten der machtlüsternen und nimmersatten Klientel wissen ohnehin wohin die Reise gehen soll. Die Vielen, welche die Last der Entwicklung tragen, sollen es nicht wissen. Sie würden es spät genug erfahren und erleben.

Die Zeit ist überreif, der Entwicklung ins Auge zu sehen und zu erkennen was korrigiert werden muss.
Viele werden sagen, es sei Zeit korrupte Regierungen zu verjagen und gegen neue integere auszutauschen. Aber würden wir damit nicht eine weitere Runde der Verantwortungsverschiebung an Köpfe einläuten, die in der langen politischen Geschichte der Menschheit immer wieder bewiesen hatten, dass es vielen von ihnen vorrangig um Karriere und Macht geht?

Ich will mal nicht so hart sein – auch Politiker sind Menschen mit Stärken und Schwächen. Und Menschen sind korrumpierbar. Der Eine mehr. Der Andere weniger.

Ganz sicher ist es sinnvoller, sehr viel weniger zentralistisch zu denken. Wo Macht und Besitz zentralisiert werden, da ist die Korruption nicht weit.
Vielleicht sollten wir uns ganz schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass wir Menschen eigentlich die Politiker sind, auf die die Verantwortung schon so lange wartet.
Ich weiß, Verantwortung ist ein schwergewichtiges Wort. Und was Gewicht hat, kann eine Last sein. Das dürfte auch der Grund sein, warum wir so unwillig sind sie zu tragen. Aber Freiheit, Wohlstand, Gerechtigkeit und Frieden haben einen Preis. Er heißt Verantwortung.

Wer Verantwortung übernimmt, kommt weder um sein Gewissen herum, noch um die Wachheit seines Geistes. Wer Verantwortung übernimmt braucht die Werkzeuge eines mitfühlenden Herzens und die Klarheit des Verstandes und er wird es sich nicht mehr erlauben können zu verurteilen und den Finger auf andere zu richten.
Zeigt einer meiner Finger auf andere, zeigen die anderen vier Finger auf mich selbst.

Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Söhne noch sehr klein waren. Wenn sie nicht schlafen wollten, habe ich ihnen Geschichten vorgelesen, die ihnen ihre unruhigen Gedanken nahmen. Wenn sie unzufrieden waren, habe ich sie mit neuen Spielsachen abgelenkt.
Ich benutze das als Metapher für die Situation, in der wir uns als Menschheit befinden. Wir haben es zugelassen, dass um uns herum ein System entstand, das uns mit Illusionen schläfrig macht und unsere gärenden Zweifel mit immer neuen Spielsachen betäubt.
Wir haben uns dabei zu Verdrängungskünstlern und Lügnern gegen unsere eigene innere Weisheit entwickelt.
Wir haben sogar gerne gehört, wenn man uns als unwissend, inkompetent und fehlerhaft bezeichnete. Schließlich konnten wir dadurch die Last der Verantwortung an diejenigen abgeben, die es besser wussten.

“Dich klein zu machen nützt der Welt nicht….”, sagte der süafrikanische Freiheitskämpfer Nelson Mandela in einer seiner brillantesten Reden. Und er sagte auch: „Unsere tiefste Angst ist es nicht, ungenügend zu sein. Unsere tiefste Angst ist es, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind….”
Diese Kraft sollte uns zu Entscheidungen beflügeln, zu Mut für mehr Gemeinsamkeit und Kooperation, anstatt uns gleichgültig vom Schicksal treiben zu lassen.

Der Schriftsteller, Psychologe und Psychoanalytiker Arno Gruen sagte: “Wir leben in einer Welt, in der wir zunehmend aufeinander angewiesen sind und zunehmend gegeneinander handeln…”
Ich denke, er hat damit den Grad unserer geistigen Dissonanz sehr gut getroffen.

Wir haben es in der Hand. Wir können alles erreichen, wenn wir nur bereit sind, die Verantwortung für uns selbst und für die Welt, in der wir leben, zu übernehmen und mutig und gemeinschaftlich zu handeln.

Du bist die Welt! Jeder Einzelne! Du bist verantwortlich! Du bist gefragt, dein Potential einzubringen!

Micha.

Zitate verschiedener Autoren

“Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.”
(Immanuel Kant)


 

“Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie!”
(Frank Zappa)


 

“These days, in our materialistic culture, many people are led to believe that money is the ultimate source of happiness. Consequently, when they don’t have enough of it they feel let down. Therefore, it is important to let people know that they have the source of contentment and happiness within themselves, and that it is related to nurturing our natural inner values.”
“Heutzutage, in unserer materialistischen Welt, hat man die Menschen zu dem Glauben gebracht, dass Geld die absolute Quelle des Glücks sei. Infolgedessen fühlen sie sich niedergeschlagen, wenn sie nicht genug davon haben. Daher ist es wichtig, die Menschen wissen zu lassen, dass sie die Quelle von Zufriedenheit und Glück in sich selbst tragen und das ist es, was ihre natürlichen, inneren Werte nährt.”
(Tendzin Gyatsho, der 14. Dalai Lama)


 

Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich, und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekanntmachung allein genügt vielleicht nicht; aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen.
(Josef Pulitzer)
Joseph Pulitzer auch József Pulitzer war ein ungarisch-amerikanischer Journalist, Herausgeber und Zeitungsverleger. Er ist Stifter des nach ihm benannten Pulitzer-Preises.


“Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen.”
(Richard Buckminster Fuller, amerikanischer Architekt, Konstrukteur, Visionär, Designer, Schriftsteller. 1895-1983)


 

“Der Mensch hat vor Kriegen weniger Angst, als vor seiner eigenen Freiheit…”
(Rüdiger Lenz, Opfer-Täter-Therapeut)


 

“Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnung für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das nennt man ‘Authentisch-Sein”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif, noch der Mensch dazu bereit war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt man ‘Selbstachtung”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man ‘Reife”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich, das nennt sich ‘Selbstachtung”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man ‘Ehrlichkeit”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das ‘gesunden Egoismus”, aber heute weiß ich, das ist ‘Selbstliebe”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man ‘Einfach-Sein”.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann, als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne ich heute ‘Herzensweisheit”.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich, das ist das LEBEN!”
(Charlie Chaplin, 16.04.1889 – 25.12.1977, Rede zu seinem 70. Geburtstag 1959)


 

“Wenn unsre Brüder kommen mit Bomben und Gewehren,
dann wolln wir sie umarmen,
dann wolln wir uns nicht wehren.
Sie sehen aus wie Feinde,
sie tragen Uniformen,
sie sind wie wir verblendet und festgefahrn in Normen.
Auch wenn sie anders sprechen,
wir wolln mit ihnen reden.
Es solln die Präsidenten sich doch allein befehden!
Jedoch, bevor sie kommen, wär’s gut, sich zu besinnen.
Ein jeder muß die Liebe mit sich allein beginnen.
Wenn unsre Brüder kommen mit Bomben und Gewehren,
dann wolln wir sie umarmen, dann wolln wir uns nicht wehren.”
(Konstantin Wecker)
Gepostet von Christiane Orth


 

„Wenn es Frieden auf der Welt geben soll,
dann muss Frieden in den Ländern sein.
Wenn es Frieden in den Ländern geben soll,
dann muss Frieden in den Städten sein.
Wenn es Frieden in den Städten geben soll,
dann muss Frieden zwischen Nachbarn sein.
Wenn es Frieden zwischen Nachbarn geben soll,
dann muss Frieden im eigenen Heim sein.
Wenn Frieden im eigenen Heim sein soll,
dann muss Frieden im Herzen sein.“
(Lao Tzu)


 

Politik ist narzissmuspflichtig

Ein narzisstisches Defizit ist im Grund die beste Voraussetzung für das politische Geschäft. Mit einem gesunden, gesättigten Narzissmus würde man sich niemals auf eine „Spielwiese“ begeben, auf der es um Machterhalt, um Sieg oder Niederlage, um ständige Kämpfe, um Intrigen oder Korruption geht.
Mit gesundem Narzissmus ist man sich selbst genug im Auf und Ab der Rhythmen und Zyklen der natürlichen Bedürfnisbefriedigung. Es geht dann um erreichbare Entspannung und nicht um immer mehr Macht und jeden Preis.
Aber für das narzisstische Defizit bietet die real existierende Politik hervorragende Möglichkeiten zur Kompensation und Ablenkung.
Politische Ämter und Funktionen bedienen vor allem das Größenselbst. Die Wähler befinden sich in Entsprechung dazu in der kollusiven Rolle des Größenklein: abhängig, führungsbedürftig, mit der Suggestion, wichtig zu sein, und in der Illusion, per Stimmzettel etwas bewirken zu können.
Gemessen an der gesamtgesellschaftlichen Misere will es mir heutzutage nahezu gleichgültig erscheinen, welche Partei man wählt (außer einer rechtsradikalen) – es gibt nur noch graduelle Unterschiede in einem begrenzten Spektrum von Fehlentwicklung. Kommt eine oppositionelle Partei an die Macht, ändern sich höchstens auf der Symptomebene Kleinigkeiten; den narzisstischen Größenwahn hingegen kann keine Regierung stoppen. Das ist aber nicht nur eine Frage von „Sachzwängen“, sondern vor allem der Kollusion der narzisstischen Kompensation: des Zusammenspiels von Hoffnung und Versprechen. Im Größenklein will man befriedigt, möglichst ohne besondere Anstrengung ins Glück geführt werden. Im Größenselbst hingegen braucht man die Überzeugung von machbaren Erfolgen, die man zuerst sich selbst zur narzisstischen Regulation einredet und dann suggestiv-phrasenhaft „verkauft“.
Zur Politik ist heute (und war vielleicht schon immer) derjenige geschaffen, der wegen des persönlichen narzisstischen Makels etwas Großes leisten und Bedeutendes darstellen muss. Das Wichtigste ist der augenblickliche, das heißt auch der lediglich für Augenblicke erreichbare Erfolg. Spätfolgen von Entscheidungen und bedenkliche Zukunftsvisionen dürfen keine Rolle spielen. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die gestörte, gering entwickelte Empathie bei narzisstischen Störungen. Wer das wirkliche Mitfühlen mit anderen und ein emotional getöntes Bild von der Zukunft nicht kennt, dem fällt es auch nicht schwer, irgendwelche Entscheidungen zu treffen, denen mögliche Folgen emotional distanziert bleiben.
Was zählt, ist lediglich der augenblickliche Erfolg, die aktuelle Zustimmung, die für den Moment einige Befriedigung verschafft, aber keine nachhaltigen Auswirkungen hat. Die Zukunft interessiert im politischen Geschäft wenig, und auch die Sache, um die es vorgeblich geht, ist nur ein Vehikel für den süchtigen Machtkampf und die Selbstbehauptung gegenüber Konkurrenten und Kritikern. Der Konflikt um Ressourcen, der Rückgang der Artenvielfalt, die Vergiftung der Gewässer, der Böden und der Luft, die dramatischen Veränderungen des Klimas, wachsende soziale Ungerechtigkeit – das ist im Prinzip allen und natürlich auch unseren Politikern bekannt. Aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur sind sie jedoch nicht zu prospektiven, visionären und unbequemen Entscheidungen in der Lage – sie brauchen den kurzfristigen Erfolg, sie müssen sich beliebt machen, um im politischen Geschäft bestehen und es als Droge nutzen zu können.
Das demokratische System der Mehrheitsmacht ist wenig geeignet, notwendige, aber unpopuläre Entscheidungen durchzusetzen. Die Mehrzahl der Wähler will und muss belogen werden; ihnen muss etwas vorgemacht und versprochen werden, um ihre narzisstische Bedürftigkeit zu „füttern“. Ein verhängnisvolles Zusammenspiel. Die Gier ist der narzisstische Antreiber, entweder an die Macht zu kommen, um Vorteile, Privilegien oder besonders materielle Boni zu ergattern, oder an den vordergründigen Erfolgen partizipieren zu können. Die Gier ist das narzisstische Symptom der Wachstumssucht, mit der Konsequenz, dass ein anderes Gesellschaftsmodell, das ohne materielles Wachstum auskäme, gar nicht für möglich gehalten wird – ähnlich wie bei Drogensüchtigen, die sich ein abstinentes Leben gar nicht mehr vorstellen und es nur in äußerster Not und dann von schwersten Entzugssymptomen begleitet erreichen zu können. Auch dem Durchschnittsbürger verleiht die Gier im ewigen Bemühen um kleine Profite und im ständigen Konsumstress eine permanente Ablenkung vom inneren Befinden. Die Lust an materiellem Zugewinn, an Konsum und dem individuellen kleinen Wohlstand kann zwar zur wesentlichen Lebensaufgabe werden, aber alle Erfolge, die sich damit verbunden einstellen, erlösen doch nicht vom narzisstischen Bedürfnisschmerz.
In der Politik schneidert sich die narzisstische Kompensation ein Königskleid: große Worte, große Versprechungen, die aufgesetzte Souveränität, die vorgegaukelte Sicherheit, das wunderbar verpackte Nichtwissen, rhetorisch-eloquente Scheingefechte liefern das schillernde Als-ob-Kostüm, und keiner will erkennen, dass der Kaiser nackt ist. Minister schlüpfen von einem Kostüm ins andere, weil es schon längst nicht mehr wirkliche Sachkompetenz geht, sondern vor allem darum, wie sich die narzisstische Abwehr der Bevölkerung zwischen Verheißungen und Erlöshoffnungen am besten stabilisieren lässt. Da ist jede Suggestion oder sogar Lüge recht, um zu verhindern, dass früher Mangelschmerz wiederbelebt wird. Es geht nicht mehr um wirkliche politische Inhalte und Entwicklungen, sondern lediglich noch um den Modus, wie etwas vermittelt wird, um gewählt zu werden. Das Volk als „Souverän“, die Wahlfreiheit und die psychische Reife des Wählers sind die größten Illusionen unseres demokratischen Systems.
Man braucht nur die Statements führender Politiker an einem beliebigen Wahlabend zu verfolgen, um die Problematik narzisstischer Störung und Abwehr zu beobachten: Immer ist jeder irgendwie Sieger, ganz egal, wie das Wahlergebnis tatsächlich ausgefallen ist. Es wird immer zum Erfolg erklärt – das ist narzisstische Abwehrnotwendigkeit. Und wenn es kein blendender Erfolg ist, folgt sogleich die Abwertung der anderen Parteien, bei denen doch irgendein Makel, ein Fehler, eine Trickserei zu finden ist, um von den eigenen schlechten Werten abzulenken. Abwertung der anderen ist die zweite große narzisstische Abwehrnotwendigkeit der narzisstischen Störung. Ist der Absturz der Wählergunst allzu groß, folgt nicht etwa das Eingeständnis falscher Politik oder fehlerhafter Entscheidungen, sondern das Problem wird bagatellisiert und verschoben: Man habe halt die eigene Position nicht ausreichend verständlich machen können, nicht gut genug „rübergebracht“, oder weltpolitische Großereignisse hätten belastend zu Buche geschlagen. Der Narzissmus verlangt Unfehlbarkeit oder zumindest größte und beste Anstrengungen (die natürlich geleistet, nur leider nicht angemessen erkannt und gewürdigt wurden). Die Gratulation eines Wahlverlierers an einen Wahlsieger hört sich in aller Regel so an: ich tue so, als ob mir das alles nichts ausmacht, lasse nur keine Schwäche erkennen (keinen Ärger, keinen Groll, keinen Neid), von einer begründeten Überlegenheit des politischen Gegners bin ich sowieso nicht zu überzeugen, sonst müsste ich ja die eigene Position in Frage stellen. O-Ton von Lorenz Caffier, Spitzenkandidat der CDU bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2011 (ZDF heute journal), nachdem seine Partei Verluste in Höhe von 5.6 Prozent hinnehmen musste: „Es lag weder an mir noch an unserer Partei, es lag einfach daran, dass wir die erfolgreiche Arbeit, die wir gemacht haben, nicht in den Vordergrund rücken konnten.“ Allein eine solche Aussage eines Spitzenpolitikers reicht meiner Meinung nach schon als Erklärung für die Tatsache aus, dass knapp 50 Prozent der Wahlberechtigten keinen Sinn mehr darin sehen, zur Wahl zu gehen.
Ich bin davon überzeugt, dass die politische Karriere mit dem Ausmaß der narzisstischen Verletzung korreliert. Je größer die frühe narzisstische Verletzung, desto größer auch der Drang nach sekundärer Bedeutung und Macht. Der Blick auf die notwendige eigene Karriere verschafft die Antriebsenergie, die zur übermäßigen Arbeit befähigt, die Terminstress braucht und emotionslose Selbstbehauptung ermöglicht, wobei Skrupel und Zweifel auch sich selbst gegenüber gar nicht erst aufkommen. In politischen Führungsfunktionen verbleibt im Grunde kein Freiraum für privates Leben. Ein Tagesablauf von Termin zu Termin, bei denen es nur noch um Statements, diplomatische Floskeln und Machtkalkül geht, ist unmenschlich und absurd. Kein Mensch würde sich ein solches Leben auferlegen und einige Zeit durchhalten, es sei denn, er zieht daraus narzisstischen Gewinn an Kompensation und Ablenkung.
Ich halte das nicht für bewundernswert, sondern für hochproblematisch, und zwar sowohl für den Mandatsträger als auch für die politische Kultur, in der mit der Kollusion von Größenselbst (Politiker) und Größenklein (Wähler) das narzisstische Problem kollektiv abgewehrt wird. Angesichts dessen führt nicht die wirkliche Sachlage zu den notwendigen Entscheidungen, sondern die narzisstischen Bedürfnisse sorgen für eine Darstellung der Sachlage, wie sie für die Erfolgsregulation gebraucht wird. Solange wir am bestehenden Politikmodell festhalten, bringt die narzisstische Persönlichkeit die besten Voraussetzungen mit, so zu entscheiden und so zu tun, als sei alles bestens geregelt. Zugleich scheint mir das der sicherste Weg, in eine schwere Gesellschaftskrise zu geraten, da es dazu führt, alles politische Tun in den Modus des Als-ob zu versetzen und die Realität nicht mehr abzubilden, sondern narzisstische Illusionen so lange zur Wahrheit zu erklären, bis das falsche Leben kollabiert.
In diesem Sinne ist der „Fall“ des Bundespräsidenten Christian Wulff prototypisch für die narzisstische Verfasstheit unserer Gesellschaft. Bereits bei seiner Wahl musste er „emporgehoben“ werden in ein Amt, dem er nicht wirklich gewachsen war. Das kann man als kollusives Zusammenspiel des Kandidaten im Größenselbst mit der Idealisierung einer Persönlichkeit durch die narzisstische Bedürftigkeit einer Bevölkerungsmehrheit verstehen. Die Idealisierung ist immer die Projektion unerfüllter Bestätigung und der Sehnsucht nach Erfolg. Bei einer narzisstischen Kollusion wird auf beiden Seiten die Realität nicht mehr ausreichend wahrgenommen: Man sieht sich den Kandidaten „schön“, und dieser glaubt nur allzu gern daran, um tiefere Selbstwertzweifel zu betäuben, während die Zujubler ihren Wünschen und Hoffnungen Ausdruck verleihen, indem sie vor der eigenen bescheidenen oder gar bitteren Realität flüchten.
Die Vorteilnahmen des Exbundespräsidenten waren im Grunde klassische Beispiele narzisstischer Bedürftigkeit, nur dass sie eben nicht mehr mit der Würde des Amtes vereinbar sind. Das Präsidentenamt erfordert wirkliche Größe, das heißt primär-narzisstische Sättigung, sonst ist man mit der notwendigen Distanz und Einsamkeit, die mit der Rolle als „Erster Mann im Staat“ einhergeht, heillos überfordert. Dass genau das bei ihm der Fall war, hat Wulff auch mit seinem Krisenmanagement, der fehlenden Einsicht in sein Fehlverhalten und der Unmöglichkeit der Schulderkenntnis deutlich werden lassen.
Der Narzisst im Größenselbst darf keine Fehler und Schwächen erkennen lassen und zugeben, weil sonst das gesamte Abwehrgebäude zusammenzubrechen droht und die unerfüllte Bedürftigkeit gleichsam nackt dastehen würde. Deshalb müssen es auch der große Zapfenstreich und der Ehrensold mit allen Privilegien sein; sie geben dem in die Krise geratenen Selbstbild letzten Halt. Ohne narzisstische Not, ohne den unbedingten Willen, an den kompensatorischen Strukturen festzuhalten, würde keiner die wochenlange Häme, die Medienschelte, die Verfolgung im „Kasperle-Theater“ der Talkshows und als kabarettistisches Schlachtopfer durchhalten. Ein derart „dickes Fell“ ist der nahezu notwendige Panzer des Narzissmus, der sich von außen falsche Ehre anheften lässt und nach innen den Schein der Größe unbedingt verteidigen muss.
Wulff ist an seinem Narzissmus gescheitert, aber er ist auch das Opfer der narzisstischen Projektionen von erhoffter Größe und ihrer gnadenlosen Denunziation, wenn sie schwächelt. Die Macht des Wortes, die dem Bundespräsidenten gewährt wird, muss die unterschiedlichsten Interessen berücksichtigen und zu versöhnen bemüht sein – es ist verbale Taktik und nicht mehr die Freiheit der Rede aus innerseelischer Befindlichkeit. Wenn dann das Größenselbst schwächelt und für die Projektionen unbrauchbar wird, bekommt das Größenklein Futter für seine Rache. So folgt der falschen Verehrung die gnadenlose Abwertung.
Unsere narzisstisch begründete Demokratie ist nicht mehr das „beste aller Systeme“, weil die notwendigen Mehrheiten nicht auf dem Weg emotional getragener, rationaler Entscheidungen zustande kommen, sondern die narzisstische Abwehr im Größenselbst wie im Größenklein in der politischen Arena das Sagen hat.
Wird in den Nachrichten etwa gemeldet, das Präsident Sarkozy und Kanzlerin Merkel sich treffen, um über die Euro-Krise zu beraten, dann klingt das so, als seien diese beiden Menschen in der Lage, wirklich zu verstehen, was zu tun ist: Alle warten gespannt auf die Statements in der Pressekonferenz. Man darf ganz sicher sein, dass es in derlei Gesprächen letztlich nur darum geht, wie man das Sachproblem gestaltet und vor allem vermittelt, um an der Macht zu bleiben und die nächsten Wahlen zu gewinnen. Wir haben es weder mit Übermenschen noch mit so großartigem Sachverstand zu tun, wie wir es zu unserer narzisstischen Beruhigung gerne glauben möchten. Ein ehrliches Statement könnte lauten: Wir wissen nicht weiter, wir brauchen Rat, wie die Fehlerentwicklung zu beenden wäre. Dazu müssten Sachkompetenzen versammelt und Konsenslösungen für die notwendigen Entscheidungen gefunden werden; es müssen deren Folgen, die mit Belastungen für den Einzelnen verbunden sind, und die daraus resultierenden Lebensveränderungen erklärt und breit diskutiert werden, so dass sie allen verständlich und von den meisten mitgetragen werden. Es ginge also nicht mehr um einen Kampf um Mehrheiten, sondern um einen gerechten Konsens samt der damit verbundenen Mühen. Das wäre in der Tat eine andere Gesellschaft, deren Politik nicht mehr narzissmuspflichtig wäre.
Nur in der Überwindung der Motive, aus denen heraus wir der narzisstischen Regulation bedürfen, vermag eine menschliche und gerechte Zukunft zu sichern. Im Moment jedoch liegt die Zukunft der Welt in den Händen von Spielern und Zockern, die profitgierig und völlig unempathisch darum bemüht sind, ihre erhebliche Störung im Glücksspiel und durch Wetten zu regulieren. Die narzisstische Not hat ein Ausmaß des Ausagierens angenommen, das die Welt ins Chaos stürzen kann. Um dieser gefährlichen und unkontrollierbaren Entwicklung Einhalt zu gebieten, wäre insbesondere seitens der zuständigen Amtsträger statt narzisstischer Abwehr die Erkenntnis prinzipieller Fehlentwicklungen notwendig, verbunden mit der Übernahme von Verantwortung für diese Fehlentwicklungen. Erforderlich wären die Einsicht in die begrenzte eigene Kompetenz und das ehrliche Eingeständnis prinzipieller Ratlosigkeit und Hilflosigkeit, die komplexe Krise verstehen und „managen“ zu können. Es wären mutige Visionen und Experimente gefordert, um neue Gesellschaftsstrukturen zu finden und zu gestalten. Das allein würde schon die mühevoll aufgebaute narzisstische Kompensation erschüttern. Dazu kämen die feindselige Kritik und schadenfrohe Häme seitens der politischen Gegner sowie die berechtigte Angst, das Wählermandat zu verlieren samt aller damit verbundenen finanziellen Entschädigungen und sozialen Privilegien. Eine Ursachenbekämpfung – wie die Kanzlerin sie immer wieder behauptet – ist praktisch undenkbar, sie käme einer Selbstabwahl gleich.
Das kapitalistische System wird von narzisstischen Kompensationsprozessen beherrscht und müsste tatsächlich verändert werden; die in die Fehlentwicklung involvierten Regierungen sind nicht mehr imstande, das zu leisten. Aber auch die Menschen gehen bislang meistens nur auf die Straße, wenn es um ihr Einkommen geht, nicht aber, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Selbst die Greenpeace-, Attac- und Occupy-Proteste verebben bislang noch und werden wohl erst dann Massenzulauf bekommen und politische Wirkung zeigen, wenn etwa die Inflation den meisten Menschen das Geld nimmt, das sie zur süchtigen Kompensation ihrer narzisstischen Defizite so dringend brauchen. Einsicht und Vernunft allein aktivieren keine Massenbewegung.
Was ist unsere Demokratie noch wert, wenn die Spekulanten der Finanzwirtschaft über die gesellschaftliche Entwicklung entscheiden? Wenn bloße spekulative Bewertungen an der Börse die reale und redliche Arbeit von Millionen Menschen rein virtuell vernichten können, sind wir gesellschaftlich auf dem Niveau eines Spielcasinos angekommen. Und wer sind die Märkte, die die Politiker vor sich herjagen, weshalb ist die reale Macht an irrationale Prozesse abgegeben worden? Meine Antwort lautet: Wenn selbstwertgestörte Menschen in die Politik gehen, um ihr narzisstisches Defizit durch Macht aufzuwerten, sind sie nicht ihrer selbst mächtig, sondern gejagt von Erfolgszwang, der ihnen von außen diktiert wird. Und dort entfalten vor allem die versammelten Kräfte narzisstisch begründeter Gier ihre Wirkungsmacht, um dem Mangel an Selbstwert ein „goldenes“ Kostüm zu schneidern.
Der ehemalige Spiegel-Chef Stefan Aust brachte mit seinem Film „Die Falle 9/11 – ein Tag, der die Welt veränderte“ das narzisstische Problem der amerikanischen Führung unter Präsident Bush auf den Punkt. Mit den terroristischen Verbrechen des 11. September 2001 wurden die USA zentral in den Symbolen ihrer wirtschaftlichen und militärischen Macht getroffen; das war nicht nur mit bittersten individuellen Verlusten verbunden, sondern bedeutete auch eine schwerwiegende narzisstische Kränkung der USA. Der Film von Stefan Aust zeigte auf, wie die USA dadurch in die Falle geraten sind, indem sie sich im Kampf gegen den Terrorismus, im Irak- und Afghanistankrieg wirtschaftlich und moralisch ruinieren. Letztlich besteht die Falle darin, auf die erlebte Kränkung mit narzisstischer Aggression und das heißt im Grunde genommen mit irrationaler Rache zu antworten. So fließen in politische Entscheidungen offenbar ganz persönliche, narzisstisch motivierte Bedürfnisse ein; selbst vor Lügen wird nicht zurückgeschreckt, um einen Krieg beginnen zu können.
Die USA haben sich provozieren lassen und Verbrechen mit Verbrechen beantwortet. Die Achillesferse westlicher Führer ist der Narzissmus! Reife Persönlichkeiten ohne narzisstische Störung würden Verbrechen mit rechtstaatlichen Mitteln verfolgen und ahnden, zugleich aber die Ursachen des Terrorismus analysieren und dabei eigene schuldige Anteile identifizieren und korrigieren. Angemessene Lösungen lassen sich ausschließlich auf dem Weg von Analyse, Verstehen, Kommunikation sowie eigener Veränderungen finden. Konflikte mit Waffengewalt bewältigen zu wollen, führt nie zu guten Lösungen, insbesondere wenn in die Aggression narzisstische Kränkungswut einfließt und die unangemessene Reaktion neue Verletzungen schafft. Die Spirale der Gewalt lässt sich nur über Kommunikation, Verhandeln und gerechten Ausgleich stoppen. Eine zentrale Aufgabe für die Entwicklung unserer Demokratie wäre ein Wahlverfahren, dass narzisstisch gestörte Persönlichkeiten auf dem Weg zur politischen Macht nicht noch begünstigt, wie es in unseren westlichen Demokratien der Fall ist. Kein Beruf darf ohne entsprechende Prüfungen, die Sachkompetenz und persönliche Eignung berücksichtigen, ausgeübt werden. Warum sollte das nicht auch für politische Ämter gelten? Die narzisstische Störung darf nicht an die Macht!
AUS DEM BUCH „DIE NARZISSTISCHE GESELLSCHAFT“ VON HANS-JOACHIM MAAZ.
Anmerkung des Autors zum Begriff Narzissmus: Seit Sigmund Freud ist „Narzissmus“ ein wichtiger Begriff für die Beschreibung gesunder und gestörter menschlicher Entwicklung. Es gibt inzwischen verschiedene Theorien zum Narzissmus, die hier nicht Gegenstand der Erörterung sein sollen. Als Grundlage meiner Ausführungen beziehe ich mich auf die moderne Theorie des Narzissmus von Hein Kohut, die im Wesentlichen auch von der Säuglings- und Kleinkindforschung bestätigt worden ist und meine eigenen psychotherapeutischen Erfahrungen überzeugend wiedergibt. Der Züricher Psychoanalytiker Emilio Modena hat die Kohut’sche Narzissmus-Theorie in wenigen Sätzen gut zusammengefasst:
Das Selbst entwickelt sich kontinuierlich vom frühen Säuglings- bis ins Erwachsenenalter als Produkt einer einfühlenden spiegelnden Umwelt, in deren Zentrum in der frühen Kindheit die Mutter (das „Selbstobjekt“) steht. Versagt diese…den Dienst…, können sich die angeborenen Fähigkeiten des Kindes nicht entwickeln, was zu einer narzisstischen Störung führt, zu einem schwachen, mangelhaft integrierten Selbst, welches … von Fragmentierung bedroht ist.

Friedensgedanken

Diejenigen, die sich darüber im Klaren sind, dass die Entwicklung zu Frieden ein langer Prozess ist, sind wohl näher an der Wahrheit, als diejenigen, die glauben, dass es kurzer, brachialer Sprünge bedarf, um friedliche Lösungen zu bewerkstelligen.

Jeder noch so kleine Schritt auf dem Weg ist wichtig und das Wichtigste ist, überhaupt erst einmal anzufangen.
Wenn ich mich mit Leuten unterhalte und danach frage, welche Möglichkeiten denn offen stehen, ein wenig mehr Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in die Welt zu bringen, erstickt ein Gespräch bisweilen unter der Last der Ohnmachtsbekundungen. Da gibt es offenbar unangreifbare, mächtige Kräfte irgendwo da draußen, die für alles verantwortlich sind.
Dabei glaube ich nicht daran, dass das Gros meiner Gesprächspartner nur vor der Barriere von außen auferlegter Zwänge und eigener Hilflosigkeit scheut, sondern nicht selten schlicht um alltägliche Gewohnheiten und wohlbehüteten Status Quo bangt.
Noch lebt es sich doch recht passabel in diesem Land, wenn man einmal von denen absieht, die mit prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen zurechtkommen müssen. Diese, so schwingt es in manchen Gesprächen mit, gehören offenbar in eine andere Kategorie – nämlich die der Verlierer, der Erfolglosen, der Nichtsnutze, die sich selbst verschuldet dem Leistungsgedanken der Leistungsgesellschaft verweigern.
Warum sollte man – ohne direkt dazu gezwungen zu sein – seine Komfortzone verlassen und über eigene Verantwortung und Mitverantwortung nachdenken?

Was gehen mich Kriege an? Kriege werden – wie man neudeutsch zu sagen pflegt – gewissensberuhigend „ausgesourced“, also dorthin verlagert, wo eine direkte Konfrontation mit dem eigenen Gewissen vermieden wird.

Deutschland spielt tatsächlich eine zentrale Rolle in Europa und hat auch auf der Weltbühne ein nennenswertes Gewicht. Das gilt mittlerweile auch für Kriege. Unsere Lage ist strategisch günstig, die Menschen hier beweisen nach alter preußischer Tradition Fleiß und Gehorsam, deutsche Industrieprodukte – zunehmend auch die in olivgrün gehaltenen – erobern die letzten Winkel dieser Erde.

Alles zusammengenommen gute Voraussetzungen für diejenigen, die seit Jahren, global organisiert, an einer neuen Ordnung für IHRE Welt basteln.

Von wem spreche ich? Nicht von den Amerikanern, nicht von den Chinesen oder den Russen.

Ich spreche von einer Minderheit aus der Klasse der Superreichen und Super-Super-Reichen, die unabhängig von nationalen Grenzen und Regeln mithilfe eines außer Rand und Band geratenen Finanzsystems zu überbordendem Reichtum und verführerischer Macht gekommen sind.
Diese Klasse bezichtige ich, käufliche Staaten, käufliche Institutionen, käufliche Menschen und andere Ressourcen als Knüppel zur Durchsetzung ihrer globalen Ziele zu benutzen.
Dabei versammeln sie um sich einen Hofstaat an Helfern und Helfershelfern aus Politik, Wissenschaft, Militär, Medien und anderen Bereichen. Und das erinnert in erschreckender Weise an vergangene feudale Herrschaftlichkeit.

Nein, nicht diese Klasse ist das wirkliche Problem!
Die Probleme sind ein unkontrollierbares und missbrauchbares Finanzsystem und die Käuflichkeit, Bequemlichkeit und die Angst der Menschen vor der eigenen Freiheit.
Der Opfer-Täter-Therapeut Rüdiger Lenz hat das folgendermaßen auf den Punkt gebracht:
“Der Mensch hat vor Kriegen weniger Angst, als vor seiner eigenen Freiheit…”.

Wer sich mit Geld auskennt, der weiß, dass es symbolisch den entsprechenden Wert an Dingen oder Dienstleistungen darstellt und durch diese gedeckt sein muss.
Wenn sich Geld aus sich selbst vermehrt, ist irgendetwas faul. Das ist platt ausgedrückt „Beschiss“. Globale Macht aufgrund überdimensionalem Reichtum ist Betrug.

Tatsächlich hält das Spannungsfeld zwischen reich und arm die augenblickliche Form der Welt aber zusammen. Unser Finanzsystem immunisiert sich gegen Angriffe durch den Glauben der Menschen an das Glück durch großen Reichtum. Tendzin Gyatso, der 14. Dalai Lama sagt dazu:
“Heutzutage, in unserer materialistischen Welt, hat man die Menschen zu dem Glauben gebracht, dass Geld die absolute Quelle des Glücks sei. Infolgedessen fühlen sie sich niedergeschlagen, wenn sie nicht genug davon haben. Daher ist es wichtig, die Menschen wissen zu lassen, dass sie die Quelle von Zufriedenheit und Glück in sich selbst tragen und das ist es, was ihre natürlichen, inneren Werte nährt.”

Was denken Menschen über ihre super reichen Zeitgenossen? Da findet man Wut und Neid, aber auch ein gewisses Maß an Bewunderung und Respekt. Diese gegensätzlichen Haltungen heben sich gegenseitig auf und es passiert einfach – nichts! Fluch und Segen des Geldes gleichen sich aus. Oder anders ausgedrückt: Einer kann nur reich sein, wenn viele andere arm sind.

Dies gilt so lange, bis wir – jeder für sich – andere Werte und Maßstäbe für unser Denken und Handeln zulassen, als die, besser, größer, reicher, mächtiger und schöner zu sein, als der Nachbar.
Das gilt so lange, bis wir – jeder für sich – unsere Kooperationsbereitschaft wiederentdecken, anstatt unser Konkurrenzverhalten zu stärken.
Das gilt auch so lange, bis wir – jeder für sich – unseren Blick für Gemeinsamkeiten stärken, anstatt Unterschiede zu suchen.

Wer wirklich und wahrhaftig Veränderung auf dem Weg des Friedens herbeisehnt, der wird bei sich selbst beginnen und prüfen, wo er noch mit altem Denken verflochten ist, das seine Entwicklung hemmt.
Ich bin überzeugt: Der Hemmnisse gibt es viele! Gewohnheiten, Bequemlichkeiten. Veränderung – und seien die Ziele in der Vorstellung noch so verlockend – macht Angst. Und Angst blockiert.
Es ist an der Zeit bei uns selbst aufzuräumen, weil wir nur das nach außen tragen können, was wir selbst sind.