Eklat um Osterbriefe an deutsche Soldaten in Afghanistan

Die Neckargemünder Osterpost für deutsche Soldaten in Afghanistan hat heftige Kontroversen ausgelöst.
Schüler der 5. Klasse durften Päckchen mit „Leckereien“ an die deutschen Kämpfer schicken. „dieLinke“ fand das weniger gelungen, worauf sich die Initiatoren der Aktion wegen der Kritik entrüstet zeigten.
Die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung hat das Thema am 22. April 2017 aufgegriffen:

Aus dem Online-Beitrag der RNZ kopierter Text:
„Neckargemünd. Darf eine Schule Päckchen mit Leckereien für Soldaten im Auslandseinsatz schnüren? Genau dies haben die fünften Klassen des Max-Born-Gymnasiums in Neckargemünd getan. Die Partei „Die Linke“ jedenfalls findet: Das geht gar nicht! So übte Anja Lorenz vom Vorstand des Parteikreises Kraichgau-Neckar-Odenwald kürzlich massive Kritik an der Aktion – und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Lorenz brachte mit ihren Äußerungen nicht nur den Schulleiter auf die Palme, sondern auch die Lehrer und die Eltern sowie Vertreter von Stadt und anderen Parteien.

Rückblick: Die Fünftklässler des Gymnasiums hatten vor den Osterferien Pakete mit insgesamt 41 Kilogramm Leckereien wie Süßigkeiten und Wurst sowie mit Osterbriefen und Glücks- und Frühlingsbildern geschnürt, um den deutschen Soldaten in Afghanistan eine Freude zu machen und um eine gesunde Heimkehr zu wünschen. Die Aktion fand mit Zustimmung der Eltern und der Schulleitung statt, das Porto übernahmen die Lehrer. Das Ziel: ein Zeichen der Solidarität. Die Soldaten bedankten sich herzlich für die Überraschung.

„Bundeswehr raus aus dem Max-Born-Gymnasium“, forderte daraufhin Anja Lorenz von der „Linken“. Das Verschicken der Pakete unterstütze aktiv den Krieg und instrumentalisiere Kinder für einen militärischen Konflikt. Die Lehrer würden die Kinder „verfügbar für den Dienst an der Waffe“ machen und „fatal an die Lehrerschaft am Vorabend des Ersten Weltkrieges“ erinnern. „Die Osterpakete versendenden Kinder von heute sind das Kanonenfutter von morgen“, so Lorenz.

„Ich hatte mir fest vorgenommen, dass ich mich vor meiner Pensionierung im Sommer nicht mehr aufrege“, sagt Schulleiter Horst Linier. „Aber das schlägt dem Fass den Boden aus, das können wir uns nicht gefallen lassen.“ Linier betont den „ausschließlich humanitären Charakter der beispielhaften Aktion“. Über die Rückmeldungen der Soldaten hätten sich die Beteiligten sehr gefreut. „Sie sind ein Beweis für die Sinnhaftigkeit der Aktion, auf die vor allem die Schüler sehr stolz sind“, so Linier. Dass die Kinder mit einer solchen Aktion „verfügbar für den Dienst an der Waffe“ gemacht würden, sei eine absurde Behauptung. Zur Erinnerung an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sagt Linier: „Jemand, der solche Vergleiche zieht, muss mit Blindheit geschlagen sein. Ihm muss entgangen sein, dass unsere Bundeswehr anders als die Armee im Kaiserreich eine Parlamentsarmee ist, deren Einsätze im demokratischen Prozess abgestimmt werden.“ Dass es sich bei den beschenkten Soldaten um eine Logistik-Kompanie handelt, deren Aufgabe auch humanitäre Ziele und Hilfeleistungen umfasse, werde ausgeblendet. „Nicht hinnehmbar“ sei auch die Unterstellung, dass der Beruf des Soldaten „idealisiert“ werde. Es sei durchaus Aufgabe der Schule, über die schwierigen Aufgaben der Bundeswehr zu informieren und die Schüler für die Gefahren zu sensibilisieren.

Klassenlehrerin Susanne Schweinfurth, die die Aktion initiierte, empfindet die „giftende Kritik“ als polemisch und diffamierend. Besonders der Vergleich mit indoktrinierenden Lehrern sei „ungeheuerlich und zutiefst beleidigend“. Es sei grotesk, Pakete mit Süßwaren als aktive Kriegsunterstützung zu bezeichnen. Schweinfurth betont, dass die Aktion für die Schüler freiwillig war. Elternvertreter Synco de Vogel spricht von einem „jämmerlichen Aufschrei“ der „Linken“. Diese versuche, sich auf dem Rücken der Kinder zu profilieren.

„Schützenhilfe“ bekommt die Schule von der Stadt: „Die Stadt steht voll hinter dem Max-Born-Gymnasium und der Aktion“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Rehberger. Die Aussagen der „Linken“ würden die positiv gemeinte Aktion „sehr tendenziös auf eine politische Ebene“ heben.

Deutliche Worte finden auch die CDU-Abgeordneten Stephan Harbarth aus dem Bundestag und Albrecht Schütte aus dem Landtag: Sie sprechen von „völlig überzogenen, abwegigen und unverschämten Äußerungen“. Für die Stellungnahme der Linken reiche „die aktuelle Notenskala leider nicht aus“. Die Aktion der Schule sei eine „schöne Geste“ gewesen. Beide hoffen, dass sich die Schüler „ihre Aktion im Nachhinein nicht durch die absurde Kritik der Linken vermiesen lassen“.

Auch der FDP-Bundestagskandidat Jens Brandenburg ist empört: Die „lächerliche Kritik“ sei „ein Schlag ins Gesicht“ der Soldaten und der Fünftklässler. Die Schüler, Lehrer und Eltern hätten mit ihrer herzlichen Geste gezeigt, dass ihnen die Soldaten nicht egal sind.
Link zum Beitrag in der RNZ

Dazu die Stellungnahme der Friedens-Mahnwache Heidelberg
Die Osteraktion der Lehrer der fünften Klasse des MBG in Neckargemünd ist bestenfalls eine gedankenverlorene Geschichtsvergessenheit, die diese noch begeisterungsfähigen Kinder in beschämender Weise für die Begehrlichkeiten der Bundeswehr instrumentalisiert, um nicht zu schreiben „missbraucht“ hat. Der wohlwollende Artikel zu dieser Aktion in der RNZ, sowie die geheuchelte „Entrüstung“ seitens einiger Exponenten des öffentlichen politischen Lebens zur sehr berechtigten Kritik an dieser Aktion durch die Partei „die Linke“ sind als das zu sehen was es ist: Kriegspropaganda.
Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten allen Opfern der Kriege, sowie den dadurch aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen. Sie gelten auch den getöteten deutschen Soldaten, welche ihr Leben in fremden Ländern in sinnlosen und vor allem illegalen Kriegen um Rohstoffe und Energie verloren! Die Bundeswehr muss raus aus all diesen illegalen Kriegen! Wir werden daher keine Befriedung der Heimatfront in welcher Form auch immer akzeptieren oder gar unterstützen!
Eine „Ent-Rüstung“ ist dringender denn je nötig für eine friedlichere Welt
und die Zukunft unserer Kinder und Enkel!
Heidelberg, den 25.04.2017
Organisatoren und Aktive der Friedensmahnwache Heidelberg
Stellungnahme als pdf

Euronews: Interview mit Noam Chomsky zur Lage der Welt

Veröffentlicht am 17.04.2015

Er ist ein Superstar in der Welt der Intellektuellen, ein überaus produktiver Autor und selbst ernannter Anarchist, der auch mit 86 Jahren nicht kürzer tritt. Er prangert immer noch Unrecht an, dabei hat er im Allgemeinen den Westen in der Schusslinie. Ich habe mich in die Vereinigten Staaten aufgemacht, um mich mit Noam Chomsky zu treffen. Wir führten das Interview in seinem Büro am Massachusetts Institute of Technology.

Ken Jebsen im Interview: Ich habe nie soviel Angst erlebt

Veröffentlicht am 20.03.2015

Ken Jebsen spricht in einem exklusiv Interview darüber, warum wir alle uns mehr engagieren sollten! Der Krieg in Europa und Irak sollte nicht nur der Welt, sondern besonders den europäischen Bürgern ein lautes und deutliches Warnsignal sein! ZEIT FÜR FRIEDEN!

NEUE FRIEDENSBEWEGUNG 2.0:
https://www.youtube.com/watch?v=hAPfO…

PEACEPARTY IN BERLIN:
https://www.youtube.com/watch?v=UyBe1…

Ken Jebsen – Haben wir nichts gelernt? (2015):
https://www.youtube.com/watch?v=Fr3yb…

Tommy Hansen – Ich habe keine Angst (2015):
https://www.youtube.com/watch?v=WDGaJ…

Joschka & Herr Fischer | Die vielleicht wichtigste Rede von Joseph „Joschka“ Fischer

Fischer’s Ansprache an jenem Tag, als man seine Außenpolitik wegen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien mit einem Farbbeutel quittierte, könnte sich inhaltlich genauso auf die aktuelle politische Lage in der Ukraine beziehen.

Geschichte wiederholt sich. Wahrscheinlich muss man sogar sagen, dass sie sich fortsetzt.
Die Köpfe in den Rängen der politischen Darsteller haben gewechselt, aber die diktierte Linie der „elitären“ Denkfabriken aus der westlichen Allianz wird weiter verfolgt.
Destabilisierung von Staaten, Chaos und Mord, medial mit dem Vorwand humanitärer Ziele gerechtfertigt, sind die Mittel von Raub- und Eroberungszügen.