Diplomatie zwischen Krieg und Frieden

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.
Krieg, so sagt man, dokumentiert das Versagen der Diplomatie. Diplomatie ist wahrlich eine Kunst und sie findet statt in der Praxis des Verhandelns zwischen einzelnen Menschen oder Bevollmächtigten verschiedener Gruppen oder Nationen.
Letztendlich strebt sie nach einvernehmlichen Lösungen, die dem Wohl aller beteiligten Seiten dienen und sie dient damit dem Frieden.

Wie gut oder schlecht Menschen diese Kunst der Diplomatie beherrschen, lässt sich an der langen Liste von Kriegen ablesen. So gesehen scheint Gewalt ein allzu oft angewendetes Mittel der Konfliktbereinigung zu sein.
Die Gründe hierfür dürften darin zu finden sein, dass mangelnde Kompromissbereitschaft, Missverständnisse und Schwächen in der Kommunikation, egoistisches Denken und Angst vor Übervorteilung einvernehmliche Lösungen verhindern.
Diese genannten Gründe dürften jedem Einzelnen aus dem Fundus der eigenen Erfahrung im Umgang mit sich selbst und mit anderen Menschen mehr oder weniger schmerzlich bekannt sein. Das bedeutet, dass die vielen Entscheidungen auf der breiten Skala zwischen Krieg und Frieden nicht nur auf der Ebene der großen Politik getroffen werden, sondern im Alltag eines jeden Individuums.

Hermetisches Gedankengut, das u.A. durch das Buch „Kybalion“ populär wurde, beschreibt das Prinzip der Analogie:
„Wie oben so unten, wie innen so außen…“. Demnach spiegeln sich die Verhältnisse im Mikrokosmos im Makrokosmos wider. Für den umgekehrten Fall gilt dasselbe.
Äußere Verhältnisse sind der Spiegel dessen, was Menschen repräsentieren.

Vergleichbare Gedanken findet man in den Forschungen zum Modell des „Holographischen Universums“, dessen Entwickler der Physiker David Bohm war. Verkürzt ausgedrückt ist in jedem Teil des Ganzen wiederum das Ganze  enthalten.

Verändern sich die Teile des Ganzen, verändert sich das Ganze.

„Gesellschaft“ ist ein abstraktes Konzept. Sie entsteht aus der Summe ähnlich denkender und handelnder Individuen.
Eine Gesellschaft zu verändern würde demnach konsequenterweise bedeuten, dass sich die jeweiligen Individuen verändern.

Hier ist der Punkt, um auf Diplomatie zurück zu kommen:
Wie diplomatisch gehe ich mit mir selbst um?
Welchen Krieg fechte ich mit mir selbst aus?
Welche Aspekte meiner Selbst stehen sich feindlich gegenüber?
Wie diplomatisch gehe ich mit meinen Mitmenschen um?
Welche Kriege fechte ich mit meinen Mitmenschen aus, ob in der Familie, im Freundeskreis oder im beruflichen Alltag?

Wieviel Frieden oder Krieg geht von mir selbst aus? Was spiegelt sich von meinem Denken und Handeln in der äußeren Welt wider?
Welche von außen stammenden friedlichen oder kriegerischen Gedanken habe ich mir zu eigen gemacht?

In den Antworten zu diesen Fragen und in den Konsequenzen, die ich daraus ziehe, liegt die Entscheidung für Krieg oder für Frieden.

Micha.

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